Klausurtagung nach dem Konflikt
Nach einer Krise ist nicht „Ruhe“ das Ziel, sondern Handlungsfähigkeit: Eine moderierte Klausurtagung nach dem Konflikt übersetzt Klärung in Strategie, Verantwortlichkeiten und Umsetzungsenergie.
Wenn Organisationen nach der Eskalation wieder entscheidungsfähig werden müssen
In vielen Organisationen endet ein Konflikt nicht mit dem letzten Streitgespräch. Er endet erst dann, wenn Entscheidungen wieder getroffen, Rollen wieder akzeptiert und Umsetzung wieder möglich werden. Genau hier setzt das Format „Klausurtagung nach dem Konflikt“ an: Es ist keine Wohlfühlveranstaltung – sondern ein strukturierter Übergang von Konfliktklärung zu Strategie, Governance und belastbarer Zusammenarbeit.
„Nach eskalierten Spannungen bleibt oft etwas Unsichtbares zurück: Misstrauen, vorsichtige Sprache, informelle Lager, schleichende Vermeidung. In dieser Lage wirken klassische Strategieklausuren wie ein Anstrich auf feuchtem Mauerwerk“, sagt der Berliner Wirtschaftsmediator und Strategiemoderator Ralf Hasford. „Was dann gebraucht wird, ist eine Tagung, die den Konflikt nicht erneut verhandelt – aber seine Folgen ernst nimmt und die Organisation wieder in den Modus der Verantwortung bringt.“
Vom Konflikt zur Entscheidung: Was eine „Klausurtagung nach dem Konflikt“ leistet
Das Format verbindet zwei Logiken, die in Unternehmen häufig getrennt werden – und dadurch scheitern: Konfliktlogik(Sicherung von Gesichts- und Interessenswahrung, Wiederherstellung von Gesprächsfähigkeit) und Steuerungslogik(Ziele, Prioritäten, Zuständigkeiten, Zeitpläne). Eine „Klausurtagung nach dem Konflikt“ bringt beides zusammen – in einer Reihenfolge, die realistisch funktioniert:
- Stabilisierung der Gesprächsbasis (Regeln, Schutzräume, Kommunikationsarchitektur)
- Klärung von Verantwortungen (wer entscheidet was – und wie?)
- Strategische Schwerpunktsetzung (weniger Themen, dafür echte Prioritäten)
- Umsetzungs-Governance (Maßnahmenpakete, Owner, Rhythmus, Review)
Fachbegriff kurz erklärt: Was ist eine Klausurtagung „nach dem Konflikt“?
Eine Klausurtagung ist ein bewusst aus dem Alltag herausgenommenes Führungsformat. „Nach dem Konflikt“ heißt: Die Tagung ist so konzipiert, dass Restspannung und Vertrauenslücken nicht ignoriert werden – sondern methodisch berücksichtigt, ohne das Treffen in eine endlose Aufarbeitung kippen zu lassen.
Für wen ist das relevant?
Besonders wirksam ist das Format für Inhaber:innen, Geschäftsführungen, Vorstände, Aufsichtsräte, Gesellschafterkreise sowie Leitungsebenen in Mittelstand, Familienunternehmen, Verbänden und Verwaltung – überall dort, wo Konflikte nicht nur „zwischen Menschen“, sondern im Steuerungssystem wirken: Entscheidungen bleiben liegen, Projekte kippen, gute Leute gehen, Risiken werden unterschätzt.
Ergebnisorientierung statt Symbolpolitik
Im Kern zielt die Klausur auf messbare Resultate: priorisierte Maßnahmen, klare Zuständigkeiten, realistische Zeitachsen, Kommunikationsroutinen – und ein Umgang mit Dissens, der die Organisation nicht lähmt.
„Es kann nicht zurück in die alte Normalität moderiert werden“, so Hasford. „vielmehr wird eine neue, tragfähige Arbeitsnormalität aufgebaut.“
Häufige Fragen zur Klausur
1) Wie vertraulich ist eine „Klausurtagung nach dem Konflikt“ – gerade bei Gesellschaftern, Vorstand, Aufsichtsrat?
Sehr vertraulich. Wir definieren vorab eine klare Vertraulichkeitslogik: Was bleibt im Raum, was wird als Ergebnis dokumentiert, wer erhält welche Version. So entsteht ein geschützter Arbeitsraum, ohne dass die Organisation später im Unklaren bleibt.
2) Kann Mediation die Klausur ersetzen oder beschleunigen?
Ersetzen: selten. Beschleunigen: ja, deutlich.
Wirtschaftsmediationen klären Interessen, Missverständnisse, Verletzungen und blockierende Dynamiken. Dadurch entsteht ein gemeinsames Verständnis – und genau das verkürzt die Klausur, weil weniger Zeit in Nebenkriegsschauplätzen, Taktik und Wiederholungen verloren geht.
Die Klausur bleibt meist nötig, um Strategie, Prioritäten, Verantwortlichkeiten und Umsetzung verbindlich zu organisieren.
3) Was kostet eine Klausur – und warum ist „nicht entscheiden“ teurer?
Eine Klausur kostet immer: Zeit der Führung (Personentage), Vorbereitung, ggf. externe Moderation, Location.
Der entscheidende Punkt ist: Teuer sind ausbleibende oder falsche Entscheidungen.
Wenn Projekte kippen, Prioritäten fehlen, Verantwortung diffus bleibt oder Konflikte Entscheidungen verhindern, entstehen schnell hohe Folgekosten: Nachbesserung, Verzögerungen, Fluktuation, Reputationsschäden, juristische Eskalationen. Eine gut geführte Klausur ist deshalb meist ein Investitionsschutz.
4) Wie lange dauert das Format typischerweise?
Üblich sind 1–3 Präsenztage plus Vorarbeit (Interviews, Design) und ein Follow-up nach 2–4 Wochen. In komplexen Fällen arbeite ich modular: lieber kürzere, gut gesetzte Etappen als ein „Mammut-Workshop“, der am Ende versandet.
5) Wer sollte teilnehmen – und wer besser nicht?
Teilnehmen sollten die Personen, die Entscheidungen ermöglichen: Inhaber:innen, GF, Vorstand, Schlüsselrollen, ggf. Aufsichtsrat/Beirat in klarer Rolle.
Nicht sinnvoll sind Teilnahmen „zur Beobachtung“ ohne Mandat oder Personen, die nur interne Lagerpolitik betreiben. Das klären wir sauber vorab – auch zum Schutz der Assistenz und der zweiten Ebene.
6) Was ist, wenn einzelne Personen nicht mitziehen oder verdeckt sabotieren?
Dann braucht es ein klares Mandat, eine belastbare Moderationsarchitektur und Regeln, die Verantwortung einfordern – ohne Gesichtsverlust zu erzeugen. Sabotage ist häufig ein Zeichen für ungeklärte Macht-, Risiko- oder Verantwortungsfragen. Genau diese Punkte werden im Prozess sichtbar gemacht und in eine tragfähige Governance übersetzt.
7) Welche konkreten Ergebnisse gehen am Ende schriftlich raus?
Du bekommst keine Prosa, sondern Arbeitsprodukte:
- priorisierte Maßnahmenpakete mit Zielbilder
- Verantwortlichkeiten (Owner, Stellvertretung, Entscheidungsrechte)
- OKR oder KPI, mit Zeitachse und Berichtsweg
- Review-Rhythmus & Eskalationspfade
- Steuerungs- und Kommunikationsregeln
So, dass die Umsetzung im Alltag tatsächlich startet – und nicht im Protokoll endet.
Berichte aus dem Alltag (anonymisiert)
Case 1: Familienunternehmen – Nachfolge, Lagerbildung, Investitionsstau
Nach einem eskalierten Nachfolgekonflikt waren Beschlüsse formal möglich, praktisch aber blockiert. In der Klausur wurden Entscheidungsrechte, Investitionskriterien und ein Review-Takt definiert. Ergebnis: Priorisierte Investitionsliste, klare Zuständigkeiten, belastbarer Umsetzungsplan – und ein Modus, in dem Dissens wieder verhandelt werden konnte, ohne zu lähmen.
Case 2: Verband – Vorstand vs. Geschäftsführung, öffentliche Irritation
Nach monatelanger Spannung war die Außenkommunikation uneinheitlich, intern herrschten Schattenabsprachen. Die Klausurtagung klärte Rollen, Eskalationswege und eine gemeinsame Zielarchitektur für das Jahresprogramm. Ergebnis: Ein abgestimmtes Maßnahmenpaket je Bereich, feste Entscheidungsformate, weniger Reibungsverluste – und spürbar bessere Anschlussfähigkeit für die Assistenz- und Fachbereiche.
Case 3: Verwaltung – Konflikt nach Reorganisation, hohe Krankenstände
Nach einer Umstrukturierung waren Teamgrenzen unklar, Führung wurde als widersprüchlich erlebt. In der Klausur wurden Verantwortungen, Schnittstellenregeln und ein konfliktpräventiver Kommunikationsrhythmus festgelegt. Ergebnis: Reduktion von Doppelarbeit, schnellere Abstimmungen, klarere Prioritäten – und eine spürbare Entlastung im Tagesgeschäft.
Kontakt & Anfragen:
Ralf Hasford | Mediation + Moderation Hasford
Website: https://mediation-moderation-hasford.com / https://hasford.de/moderation-ralf-hasford/
E-Mail: moderation@hasford.de
Telefon: +49 30 2363 9390
Ralf Hasford ist zertifizierter Wirtschaftsmediator und systemischer Strategiemoderator. Seit 2015 bietet er neben der aussergerichtlichen Konfliktlösung die Moderation von Klausur und Strategiemeetings bundesweit an. Der Unternehmenssitz ist in Berlin.
Mediation + Moderation Hasford unterstützt Organisationen in Wirtschaft, Verband und Verwaltung bei Konfliktklärung, Strategiearbeit und Beteiligungsprozessen.
Das Angebot umfasst Wirtschaftsmediation, Moderation von Klausurtagungen und Entscheidungsformaten sowie Beratung zum Aufbau praxistauglicher Konfliktmanagement-Strukturen. Ziel ist stets die Wiederherstellung belastbarer Zusammenarbeit und verlässlicher Entscheidungsfähigkeit – besonders in sensiblen Führungs- und Gesellschafterkonstellationen.
